Magersucht

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      Magersucht

      Magersucht
      Vorweg: Dies ist kein Thread wo ich um Hilfe frage, sondern ich finde einfach, dass ich mal ein bisschen von dem was ich durch mache teilen könnte und zum bloggen bin ich ehrlich gesagt zu faul :D

      Wie der Titel schon andeutet, geht es hier um Magersucht (Anorexia nervosa) und nicht um Bulimie (Bulimia nevosa). Leider werden diese beiden Krankheiten in der Presse etc. meist zusammen geworfen, wobei sie eigentlich schon enorme Unterschiede aufweisen. Hier mal die kurz und einfach Form:
      Bei einer Bulimie hat der Erkankte Heißhunger und isst dementsprechend viel, nachdem er gesättigt ist, werden abführende Maßnahmen ergriffen um die Nahrung wieder rauszukriegen.
      Eine Magersucht bei einer Magersucht ist eher das nicht essen das Problem. Bei den meisten Fällen einer Magersucht geht es um Gewichtsregulierung, dass ich die Erkankten als zu dick empfinden.

      Magersucht ist, wie der Name schon andeutet, eine Sucht und muss dementsprechend bekämpft werde. Bei einer Magersucht handelt es sich aber ausschließlich um eine geistige Sucht, denn der Körper gewöhnt sich zwar irgendwie an die Unterernährung, aber er kann auch anders. Dementsprechend müssen zum einen die Sucht bekämpft werden, aber auch der psychosomatische Grund für die Sucht muss gefunden und "behoben" werden, dass ist nicht immer leicht und kann für den Erkrankten auch teilweise unangenehm werden, weil er über Situationen berichten muss die ihm unangenehm sind.
      So nun mal zum aktuen, also meinen, Fall.

      Ich bin zur Zeit 23 Jahre jung und befinde mich seit etwa einem Jahr in regelmäßiger Behandlung. Die Diagnose wurde auch erst vor einem Jahr gestellt, da ich es vorher geschafft habe die Magersucht vor meinem Umfeld zu verstecken. Der "Auslöser" liegt wohl in Frühkindlichen Erfahrungen und der Scheidung meiner Eltern, naja wie dem auch sei. Für mich ist das Hungern keine Sache, weil ich mich zu dick finde (eher das Gegenteil), sondern es ist eine Selbststrafe, wenn ich etwas falsch gemacht habe. Es äußert sich dann dadurch, dass den Hunger erst ignoriere und später dann gar nicht mehr wahrnehme, diese Hungerphasen können bis zu 5 oder 6 Tagen andauern in denen ich sehr wenig (1-2 Scheiben Brot) bis gar nix esse.

      Was ich jetzt genau mit dem Thread will weiß ich selber nicht so wirklich, aber generell könnt ihr mir Fragen dazu stellen oder aber wir reden hier generell über Süchte, mir ist das relativ latte, wollte es einfach nur mal "zu Papier" bringen.

      Grüße
      Enno
      Bekenntnis ist der beste Weg zur Besserung, Respekt erstmal, dass du hier deine psychologischen Probleme preisgibst.
      Du hast erstmal erkannt, dass es falsch ist.
      Wünsche dir viel Glück bei deiner weiteren Behandlung.
      Also ich sag immer lieber ein bisschen kräftiger als zu dünn.

      Ich wüsste auch nicht was ich lieber machen könnte als essen... Mein Beileid für die die der Magersucht unterlegen sind und mein Respekt an jeden der dagegen etwas tut!

      slyyyyzz schrieb:

      Dann muss du mal einen Taxi-Teller beim Griechen ausprobieren. Vielleicht kann der dir helfen.
      Klar das wird helfen und löst die Probleme auf anhieb! :knot:

      @Shinobi: Bekenntnis vorallem vor einem selbst ist aber auch ein verdammt schwerer Schritt. Und danke :)

      @_geforce_: Beileid finde ich irgendwie unpassend, aber naja generell ist ja nicht das Problem, dass ich nicht gerne mal was Leckeres essen, sondern die Momente in denen ich in ein Verhalten verfalle, dass dazu führt, dass ich nicht esse. Ist relativ komplex, aber das ist wohl die einfachste Beschreibung.
      Auch von mir Respekt und gut das du dich in Behandlung begibst.
      Eine Freundin von mir hat es zu spät gemacht und musste daraufhin im krankenhaus erstmal wieder auf Vordermann gebracht werden - ich und auch andere Freunde haben davor nichts mitbekommen, sie hat es wie du auch vorher versteckt.

      Sie war auch längere Zeit in Therapie und mittlerweile isst sie wieder normal :) Wünsche dir auf jedenfall viel Erfolg :)
      So einfach ist das nicht. Er bestraft sich ja absichtlich, weswegen auch immer. Somit denkt er bestimmt an seinen Körper, nur eben auf eine andere Weise.

      Find ich aber auch sehr mutig, dich hier so ins Kreuzfeuer zu stellen. Die Community hier ist ja teilweise nicht sehr zimperlich.
      Dieser Beitrag wurde noch nie editiert, zuletzt von »hangman« (Heute , 13:37)






      Skill ist, wenn Luck zur Gewohnheit wird

      #R0xX schrieb:

      Denkst du an deinen Körper bei deinen AntiEssPhasen ?
      Beschwer dich nicht wenn dein Körper später kaputt ist !

      Tja lesen und verstehen. Ich sage nicht, dass es mein Körper hat, sondern wie hangman es sagte, ist das was psychologisches, also im Geist! Ein Magersucht ist eine Verhaltensstörung und die hat nichts mit meinem Körper zu tun, der findet es super, dass ich jetzt besser esse.
      Außerdem beschwere ich mich nicht über den Schaden den ich angerichtet habe, denn ich war es. Eigentlich beschwer ich mich gar nicht, weder über Therapie noch über das Verhalten der Menschen, wenn ich ihnen davon erzähle. Genausowenig gebe ich irgendwem außer mir selbst die Schuld.


      Um das mit dem Bestrafen mal etwas klarer zu machen:
      Wenn ich etwas aus meiner Sicht falsches getan habe, was dann zu Problemen, Streit, Stress geführt hat, kann es sein, dass ich im Nachhinein, wenn ich drüber nachdenke, einfach die Signale meines Körpers, dass er Nahrung brauch, ignoriere und weiter mache. Das kann dann halt je nach "Schwere" des Fehlers auch gerne mal mehrere Tage dauern. Dazu sei aber auch gesagt, dass diese Phasen immer weniger werden, da ich lerne es unter Kontrolle zu halten.


      @hangman: Noch ist das was hier geschrieben wurde nicht wirklich schlimm, da wurden mir schon schlimmere Dinge deswegen an den Kopf geworfen.