Star Wars: The Old Republic - Beschwerdewelle wegen angekündigten, gleichgeschlechtlichen Beziehungen

  • Bereits in der Vergangenheit musste Bioware mit diversen Protesten klar kommen, wenn es um sexuelle Inhalte in ihren Spielen ging. Nun trudeln auch Beschwerden zu den angekündigten, homosexuellen Beziehungen im Online-Rollenspiel Star Wars: The Old Republic ein.
    Es ist kaum etwas neues: Gewalt und patriotisch angehauchte Spiele mit Kriegsszenario sind kein großartiges Problem. Aber sobald es um die wohl beliebteste Tätigkeit von uns Menschen, dem Sex, geht, hört für einige der Spaß auf. Nicht selten stammt ein Großteil der entrüsteten Menschen, wenn irgendwo in den Medien zu viel nackte Haut zu sehen ist, aus den USA.
    So musste auch der, wohlgemerkt kanadische, Entwickler Bioware bereits in der Vergangenheit mit diversen öffentlichen Anprangerungen in Fernsehen und Zeitungen sowie Protesten klar kommen, etwa als bekannt wurde, dass man im ersten Mass Effect eine Beziehung mit einem Alien eingehen konnte. Auch die Möglichkeit, in Dragon Age: Origins eine Beziehung mit gleichgeschlechtlichen Figuren einzugehen, stieß auf wenig Gegenliebe bei einigen Menschen, die teilweise nicht einmal zu den Konsumenten zählen. In Mass Effect 3 , dem ersten Teil der Trilogie, in dem eine rein homosexuelle Beziehung unter Männern möglich ist, lies ebenfalls einigen Unmut frei.
    Vor einiger Zeit kündigte Bioware nun auch an, dass man auf das Feedback der Spieler Rücksicht nehmen wolle und gleichgeschlechtliche Beziehungen im Online-Rollenspiel Star Wars: The Old Republic mit einem der kommenden Patches implementieren wolle. Dann könnten Spieler mit ihrem Charakter eine Beziehung mit einem NPC-Crewmitglied des gleichen Geschlechts anfangen.
    Zu viel für einige Menschen, etwa Unterstützern der Florida Family Association (FFA), die nun Publisher Electronic Arts mit Beschwerdebriefen scheinbar regelrecht bombardieren, wie GamesIndustry.biz berichtet. So werde nach ihrer Meinung Star Wars: The Old Republic zu einer »überwältigenden Mehrheit« von Kindern gespielt, die dieser »Lesbian-, Gay-, Bisexual- and Transgender-Propaganda« nicht ausgesetzt werden dürften. Die Bitte endete mit den Worten »Remember Sodom«. Das Ganze sei sogar vermutlich ein perfider Plan von Gruppen, die derartige sexuelle Kontakte befürworten und EA »unter Druck« setzen.
    Electronic Arts dementierte diese Unterstellung und bezeichnete sie als »politische Schikane«. Zudem verwies man auf die ESRB-Einstufung, welche kennzeichnet, mit welchen Inhalten ein Spiel ausgestattet ist und somit der Content niemanden überraschen sollte.
    Auch das »Family Research Council« gab einen Kommentar zur Lage ab: »Im aktuellen Star Wars-Spiel könnten bald schwule Aktivisten die größte Bedrohung für das Imperium sein!«
    Auf die Klage einiger FFA-Unterstützer, dass ihre Kommentare aus den offiziellen Foren gelöscht würden, betonte EA-Sprecher Jeff Brown: »Wir geben unseren Spielern die Möglichkeit, gleichgeschlechtliche Romanzen einzugehen und tolerieren keine Hass-Tiraden auf unseren Plattformen.«
    Solche Meldungen stoßen bei den meisten Europäern in der Regel vor allem auf Kopfschütteln und ein entsprechendes, klischeehaftes Bild des prüden Amerikaners. Allerdings hat die Vergangenheit bereits oft gezeigt, dass es gegen solche Hass-Tiraden auch genug Gegenwind aus dem eigenen Land gibt. So werden viele Anti-Schwulen-Kampagnen nicht selten mit deutlich größeren Gegen-Aktionen gekontert.


    QuelleGamestar